Vollkornbrot, schneller geht´s nicht!

Herbstzeit ist Brotbackzeit! Und Brotbacken ist, wie ich finde, immer etwas Andächtiges, denn es braucht schon etwas Geschick mit Hefekulturen umzugehen und auch Geduld im Umgang mit dem Vorteig und dem Gehenlassen des Teiges…
…dieses Vollkornbrot hingegen braucht inklusive der Zubereitungszeit nicht länger als 70 Minuten bis es ofenwarm auf dem Tisch steht! Geht nicht? Geht schon! Auf die Plätze – fertig – los! 😉

Die Zutaten:

500 g Vollkornmehl
3 gehäufte EL Weizenmehl
5 TL Brotgewürzmischung
1 EL Salz
80 g Kürbiskerne
1 Päckchen Backpulver
1 Flasche (0,5 Liter) dunkles Bier

Zunächst heize ich den Backofen auf 180 ° vor. Dann vermische ich das Vollkornmehl mit den Gewürzen, den Kürbiskernen und dem Backpulver. Jetzt leere ich das Bier zu den trockenen Zutaten und vermische alles gründlich. Ganz zuletzt rühre ich noch das Weizenmehl unter die Brotteigmischung.

Der Teig kommt nun in eine Kastenform, die ich mit Backpapier ausgelegt habe und wird zunächst bei 180 ° 15 Minuten gebacken. Dann schalte ich die Temperatur auf 160 ° hinunter und backe das Vollkornbrot in 40 Minuten fertig, währenddessen beträufle ich es einmal mit etwas Wasser.

Naja, und das war´s auch schon! Schneller und einfacher geht´s nicht, oder!? Und das bekommt man auch hin, wenn man noch nicht so viel Erfahrung mit dem Backen von Brot hat. Im Übrigen: das Vollkornbrot schmeckt auch getoastet ganz wunderbar…wir hatten es heute zum Frühstück…

…mit San Daniele, Dolce latte und Feigen, die ich im Ofen mit etwas Honig glasiert habe…herrlich! Habt´ eine gute Zeit! 🙂

Vollkornbrot, schneller geht´s nicht! 5.00/5 - 4 Bewertungen
Teile diesen Artikel auf:
Druckfreundliche Version anzeigen

Dulce de membrillo oder auch Quittenbrot

Ich bin ja nicht so die Süße! Aber (!) ich liebe hin und wieder die Kombination aus Pikantem und Süßem…wie zum Beispiel gebratene Leber mit süß-scharfer Zwetschkensauce oder auch kleine, mit getrockneten Marillen geschmorte Lammstelzen *schwelg* 🙂 . Und da es daher zum Abschluss eines mehrgängigen Essens bei uns oft Käse statt Süßem gibt, zu Käse aber wiederum großartig Süßes passt, hab´ ich mal was Neues ausprobiert. Man kennt´ ja so einiges an süßen Begleitern zu Käse… Feigensenf, Trüffelhonig, fruchtige Chutneys oder aber auch ganz einfach frische süße Früchte…auf der Kücheninsel ist jetzt ein in unseren Breitengraden vielleicht  eher außergewöhnlicher Begleiter zu aromatischem Käse entstanden: das aus Spanien kommende dulce de membrillo oder auch carne de membrillo, auf Deutsch wird es Quittenbrot oder auch Quittenkäse genannt (mir gefällt die spanische Bezeichnung besser 😉 ) und es ist ein mit Zucker eingekochtes Quittenmus, das nach dem Erkalten fest wird. Ich habe nachgelesen…früher war das dulce de membrillo fester Bestandteil der spanischen und portugiesischen Adventszeit, als Dessert oder auch als einfacher Brotbelag genossen, auf Toastbrot oder Sandwiches alleine oder mit Käse, zum Frühstück oft mit Manchego-Käse serviert. Ich bin mit dem Ergebnis im Übrigen sehr zufrieden! Das dulce de membrillo schmeckt süß-säuerlich und hat eine wunderbar weiche und doch feste Konsistenz. Da ich es zum ersten Mal gemacht habe, kann ich noch keine genauen Angaben über die Haltbarkeitsdauer machen, gelesen habe ich, dass es sich unendlich lange hält…aber so, wie ich es einschätze, wird es hier bei uns keine so lange Lebenszeit haben 😉 …

Die Zutaten:

1 kg Quittenmus aus etwa 1 1/2 kg Quitten
1 kg Gelierzucker 1:1
4 EL Zitronensäure
feinen Zucker zum Wälzen

Für das Quittenmus muss man zunächst die Quitten von ihrem feinen Flaum, der sie teilweise umhüllt, befreien. Das geht ganz einfach mit einem Stück Küchenrolle. Dann wasche ich die Quitten, viertel sie und entferne Kerngehäuse, Fruchtansatz und Stiel der Früchte mit einem scharfen Messer. Ich schneide die Quitten in grobe Stücke, gebe sie in einen Topf und bedecke sie mit Wasser. In 30 bis 40 Minuten sind sie weich gekocht.

Sobald die Quitten weich sind, gieße ich das Wasser ab und püriere die Früchte zusammen mit dem Gelierzucker und der Zitronensäure zu einem feinen Mus.

Das Quittenmus koche ich einmal auf, dann schalte ich die Hitze etwas herunter und lasse das Mus unter ständigem Rühren so lange köcheln bis es zäher und dicklich wird…das dauert in etwa 15 Minuten.

Die so entstandene Quittenmasse kann man jetzt auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech streichen oder aber, so wie ich, in eine mit Backpapier ausgelegte Form füllen.

Und jetzt braucht es noch eine wichtige Zutat: Geduld! 😉 Denn das dulce de membrillo muss man jetzt einige Tage lang bei Zimmertemperatur trocknen lassen. Wenn es an der Oberfläche nicht mehr all zu feucht ist, drehe ich es um, damit auch die andere Seite trocknet. Wenn man nicht soviel Geduld hat, dann kann man das dulce de membrillo auch vorsichtig im Ofen ein wenig schneller trocknen, das dauert dann in etwa 4 bis 5 Stunden und die Temperatur des Ofen sollte dabei nicht mehr als 50 ° haben.

Sobald man das Quittengelee vom Backpapier leicht abziehen kann, ist es fertig. Ich habe es in Rauten geschnitten und in feinem Zucker gewälzt…

Zum Aufbewahren empfiehlt es sich das dulce de membrillo zwischen Lagen von Alufolie zu schichten und vor dem Servieren frisch in feinem Zucker zu wälzen.

Wir haben es noch am selben Abend anlässlich des Geburtstagsessen meiner Tante Karin verkostet…denn geteiltes Glück ist ja bekanntlich Doppeltes 🙂 …

Dulce de membrillo oder auch Quittenbrot 5.00/5 - 4 Bewertungen
Teile diesen Artikel auf:
Druckfreundliche Version anzeigen

Shakshuka

Guten Morgen! …und mit dieser Shakshuka ist es ganz einfach ein guter Morgen! In Israel isst man Shakshuka nämlich zum Frühstück, aber da ich ja unter der Woche nicht so die große Frühstückerin bin, gab´s die Shakshuka vor kurzem am Abend und ich muss sagen: es wird sie bald wieder geben! Auch der Hausherr war ziemlich begeistert. Sie ist ganz einfach in der Herstellung und eignet sich deshalb auch wunderbar als after-work-cooking Gericht! Ich habe gelesen, dass es die Shakshuka in zahlreichen Versionen und Abwandlungen gibt…hier kommt meine Version…

Die Zutaten (für 2 „Frühe Vögel“ oder 2 „Nachteulen“ 😉 ):

1 weiße Gemüsezwiebel
4 Knoblauchzehen
1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
4 grüne Paradeiser, ihr könnt´ natürlich auch rote nehmen
400 g stückige Paradeiser aus der Dose
400 g große weiße Bohnen aus der Dose
4 Eier
1 TL Sambal Oelek
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1 Bund Petersilie

Zunächst bereite ich das Gemüse vor. Zwiebel und Knoblauch schneide ich in kleine Würfel. Die Paprika befreie ich von den Kernen und schneide sie in Streifen, die ich dann noch einmal halbiere. Die Paradeiser werden geviertelt, die Viertel noch einmal halbiert.

Und jetzt geht´s auch schon los! In einer beschichteten Pfanne schwitze ich die Zwiebelwürfel in etwas Olivenöl glasig an. Dann gebe ich Knoblauch, Paprika und Paradeiser dazu und brate das Gemüse unter gelegentlichem Wenden etwa 5 Minuten. Jetzt dürfen auch die stückigen Paradeiser und die mit kaltem Wasser durchgespülten Bohnen in die Pfanne. Ich verrühre alles gründlich und schalte die Hitze ein bisschen zurück, die Shakshuka sollte leicht köcheln. Wenn sie euch zu dickflüssig ist, könnt´ ihr ein wenig Wasser hinzufügen. Jetzt wird gewürzt! Salz, eine kräftige Prise Pfeffer und Samba Oelek, eine Würzsauce auf Chillibasis, geben der Shakshuka das gewisse Etwas! Herrlich! 🙂

Nachdem ich der blubbernden Shakshuka noch mal 5 Minuten Zeit gegeben habe, sich gut mit den Gewürzen zu vereinen und dabei ein bisschen dicklich zu werden, drücke ich mit einem Esslöffel 4 kleine Mulden in das Gemüse und lasse in jede Mulde ein aufgeschlagenes Ei hineingleiten. Bei mittlere Hitze braucht es jetzt noch etwa 8 bis 10 Minuten bis die Eier gestockt sind, der Eidotter sollte dann noch flüssig sein.

Und jetzt kann auch schon genossen werden! Ganz zuletzt streue ich noch gehackte Petersilie über die Shakshuka und serviere sie in der Pfanne! Das wärmt die Seele, versprochen! Ganz egal, ob ihr sie in der Früh oder am Abend genießt… 😉 Viel Spaß beim Nachkochen!

Shakshuka 4.92/5 - 13 Bewertungen
Teile diesen Artikel auf:
Druckfreundliche Version anzeigen

Hokkaido mit Gorgonzola, Spinat und frittiertem Salbei

Schon wieder Kürbis? Ja, schon wieder…und wahrscheinlich ist meine Arbeitskollegin Raphaela dran Schuld, die gemeint hat, es gäbe zu wenig Kürbisrezepte auf Der Kücheninsel…naja, ganz genauso hat sie es nicht gesagt, aber ich habe zwischen den Zeilen gelesen und: meine kulinarische Muse hat mich erfreulicherweise auch mit kreativen Ideen beschenkt 🙂 ! Also, heute ein neues Kürbisrezept, das, wie ich finde, ganz wunderbare Aromen miteinander vereint. Und, ja, ich weiß, Gorgonzola ist nicht jedermanns und jederfraus Sache, wenn ihr den gar nicht mögt´, dann könnt´ ihr auch anderen Weichkäse nehmen…ich könnte mir auch vorstellen, dass weicher Ziegenkäse sehr gut dazu passt! Also, der Gorgonzola sollte jetzt nicht der Grund sein, dieses Rezept nicht auszuprobieren! Es ist wirklich fein, versprochen, und der Hausherr meint, er könne das nur unterstreichen 😉 …

Die Zutaten (für 2):

1 Hokkaido Kürbis
etwa 150 g frischer junger Spinat
6 Knoblauchzehen
etwa 300 g Gorgonzola
etwas Olivenöl
Salz
2 Handvoll Salbeiblätter
100 ml Rapsöl
100 g Butter

Zunächst einmal heize ich den Ofen auf 180 ° vor. Den Hokkaido halbiere ich, befreie ihn von seinem Innenleben und schneide ihn in Spalten. Die Schale kann ruhig dranbleiben, denn man kann sie ja essen, sie wird beim Backen auch ganz weich. Dann besprenkle ich ein ofenfestes Reindl mit etwas Olivenöl und platziere darauf überlappend die Kürbisspalten. Jetzt kommt nochmal etwas Olivenöl über die Kürbisspalten und dann befördere ich das Reindl für 30 Minuten in den Ofen – der Kürbis wird vorgebacken bevor die anderen Zutaten dazukommen.

In der Zwischenzeit reibe ich die Knoblauchzehen zu einer Paste und vermische diese mit etwas Olivenöl. Die jungen Spinatblätter vermische ich jetzt in einer Schüssel mit der Knoblauch-Olivenöl-Paste und füge noch eine Prise Salz dazu. Den marinierten Spinat stelle ich einstweilen zur Seite.

Jetzt geht´s an die Zubereitung des frittierten Salbei! Ich erwärme in einem Topf das Rapsöl und lasse die Butter darin schmelzen. Wenn man den Stiel eines Holzkochlöffels in das heiße Öl-Butter-Gemisch hält und Bläschen daran aufsteigen, ist der Zeitpunkt gerade richtig, um den Salbei hinzuzufügen. Wichtig dabei ist, dass der Salbei trocken ist, sonst spritzt es, und das kann unangenehme Folgen haben. Ich lasse den Salbei nie ganz aus den Augen, da er bei zu großer Hitze leicht anbrennt. Also: Hitze immer wieder runterschalten oder den Topf  immer wieder von der Herdplatte ziehen. Dann hole ich die fertigen Salbei Blätter vorsichtig aus dem heißen Öl-Butter-Gemisch und gebe sie auf ein paar Lagen Küchenrolle, die das überschüssige Fett absaugt. Jetzt können die knusprigen Blätter zur Seite gestellt werden.

Nach der halben Stunde, die der Hokkaido im Ofen verbracht hat, hole ich das Reindl aus dem Backrohr. Jetzt geht´s ans „Veredeln“ der süßen Kürbisspalten 🙂 . Dazu verteile ich die jungen Spinatblätter zwischen und unter den Kürbisspalten. Dann kommt der Gorgonzola zum Einsatz, den ich einfach mit den Fingern zerzupfe und auf dem Kürbis und dem Spinat verteile. Zuletzt träufle ich noch etwas von dem Salbeiöl über die Kürbisspalten – es hat ja den wunderbaren Geschmack des Salbei angenommen und, es wäre schade darum…

Und jetzt kommt der Kürbis noch einmal in den Ofen, wobei ich diesen jetzt auf etwa 210 ° hinaufschalte. Ich überbacke den Kürbis jetzt etwa 15 bis 20 Minuten auf Sicht! Jeder Ofen ist verschieden, also behaltet das Schätzchen 😉 im Auge, mir ist dabei wichtig, dass Kürbis und Gorgonzola ruhig ein bisschen Farbe annehmen, dabei aber nicht verbrennen und der Käse auch nicht ganz vollständig zwischen den Kürbisspalten zerläuft – sonst hat man Kürbisspalten, die in einer „Käsesuppe“ liegen, sorry, keine schöne Vorstellung, aber so ist es glaube ich am besten erklärt 😉 .

…und dann kann auch schon angerichtet und genossen werden. Nicht auf die crunchy Salbei Blätter vergessen…herrlich! Mir läuft gerade wieder das  Wasser im Mund zusammen…den gibt´s bald wieder, for sure, eine wunderbare Kombination, ich hoffe sehr, ihr probiert das aus… 🙂

Hokkaido mit Gorgonzola, Spinat und frittiertem Salbei 4.87/5 - 15 Bewertungen
Teile diesen Artikel auf:
Druckfreundliche Version anzeigen

Paprika-Paradeis-Sugo

Maximale Geschmacksausbeute bei minimalem Zubereitungsaufwand! So soll es sein! Zumindest hin und wieder, wenn beruflich bei mir viel los ist und ich aber dann doch auch noch am Abend, rechtschaffen müde heimgekehrt, etwas Feines und Raffiniertes genießen möchte…wie zum Beispiel Pasta mit diesem köstlichen Sugo…es passt aber auch wunderbar zu gefüllten Paprika…unter ein cremiges Risotto gemischt, peppt es den italienischen Klassiker noch einmal auf! Und, wie ich es oben schon erwähnt habe: es ist wirklich easy-cheesy-just-simple hergestellt! Und zwei Argumente habe ich noch, bevor ich euch verrate, wie ich das Sugo zubereite und bevor ihr entscheidet, ob ihr es nachkocht oder nicht: das Sugo hält sich, kühl und dunkel gelagert, mindestens 2 Monate…und, da ja geteiltes Glück bekanntlich Doppeltes ist, macht ihr damit ganz sicher den Beschenkten auch noch ein Freude damit! Und jetzt habt ihr die Qual der Wahl 🙂 …aber, es ist eine schöne Qual 😉 , oder nicht!?

Die Zutaten (für 4 Flaschen zu je 400 ml):

1,5 kg Pflaumenparadeiser
4 rote Paprika
10 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz
brauner Zucker

außerdem:
sauber ausgewaschene Flaschen, Größe nach Belieben

Zu allererst heize ich das Backrohr auf 200 ° vor. Dann wasche ich die Paradeiser und halbiere sie. Die Paprika werden ebenso gewaschen, von ihrem Innenleben befreit und in grobe Stücke geschnitten. Jetzt schäle ich die Knoblauchzehen und dann befördere ich sie zusammen mit den Paradeisern und den Paprika in ein ofenfestes Reindl, würze alles mit einer kräftigen Prise Salz und braunem Zucker, träufle darüber großzügig Olivenöl, mische alles einmal gut durch und gebe das Reindl für 75 Minuten in den Ofen.

Nach dieser Zeit gebe ich das weich gekochte Gemüse mithilfe eines Schöpflöffels in ein hohes Gefäß. Den Gemüsesaft lasse ich noch im Reindl, falls mir das Sugo zu dickflüssig ist, kann ich es damit am Schluss noch verdünnen. Jetzt mixe ich das Gemüse mit dem Pürrierstab fein und, wenn es die richtige Konsistenz hat – nicht zu dick und nicht zu dünn – , fülle ich es in die vorbereiteten Flaschen ab. Das war´s auch schon! Ich habe nicht zu viel versprochen, oder!? Ratz-Fatz zubereitet und ein wirklich feiner Geschmack, wie ich finde…Herbstzeit ist Einmachzeit <3 ! Genießt den Altweibersommer!

Paprika-Paradeis-Sugo 4.90/5 - 10 Bewertungen
Teile diesen Artikel auf:
Druckfreundliche Version anzeigen