Linguine mit karamellisiertem Radiccio, Mönchsbart und Pistazien

Außergewöhnlich sind diese frühlingshaften Temperaturen im Februar ja schon und ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht…in jedem Fall habe ich die milden Temperaturen aber am Wochenende dazu genutzt, das alte Bauernbeet vor dem Haus umzugraben und ihm eine ganz ordentliche Portion Komposterde zu gönnen. Zum Auspflanzen von Salbei, Zucchini und Co ist es natürlich noch zu früh, weshalb mich mein Weg zuletzt in einen Bioladen in der Nachbarschaft geführt hat, wo ich einen italienischen Frühlingsboten erstanden habe: Mönchsbart aka barba di frate erinnert von seinem Aussehen her an Schnittlauch, allerdings sind seine Stengel fleischiger und sein leicht salziger Geschmack erinnert an das Meer <3 …dort wächst er auch wild, nämlich in allen gemäßigten Küstenregionen Europas und kommt dort auch mit salzigen Böden zurecht, sofern diese nicht zu ausgetrocknet sind. Jawoll, wir sind also geschmacklich in den Süden gereist und haben uns außerdem eine Extra-Portion Eisen, Kalium, Calcium und die Vitamine A, C, B und E gegönnt, denn die sind alle in diesem südländischem „Grasbüschel“ enthalten. Ob er sich auch in unserem Beet wohlfühlen würde? Ich bin mir da nicht so sicher, ist es doch zum Meer von hieraus ein weiter Weg…aber, vielleicht starte ich ja, wenn der Frühling dann wirklich da ist, einen Versuche, mal sehen, ich halte euch auf dem Laufenden foodies! Bis dahin verrate ich euch aber noch, wie ich diese außergewöhnliche Pasta mit diesem außergewöhnlich Kraut gebastelt habe…so funktionier´s…

Die Zutaten:

2 Schalotten
etwas Butter
etwas Zucker
1 Radicchio
2 Büschel Mönchsbart
Pistazien, Menge nach Belieben
500 g Linguine
etwas Salz

optional
etwas Trüffelöl und Trüffelsalz

Zuerst schäle ich die Schalotten, halbiere sie und schneide sie in feine Scheiben. Dann zerlasse ich in einer beschichteten Pfanne etwas Butter, schwitze darin die Schalotten glasig an und karamellisiere sie mit etwas Zucker.

Vom Radicchio entferne ich den Strunk und schneide ihn in Streifen.

Jetzt gebe ich den Radicchio zu den Schalotten, vermenge alles gründlich miteinander stelle die Pfanne zur Seite. Vom Mönchsbart entferne ich großzügig die Wurzeln und gebe ihn beiseite.

Dann schäle ich die Pistazien und stelle sie ebenfalls zur Seite.

Jetzt geht´s auch schon an die Zubereitung der Linguine. Dazu bringe ich in einem großen Topf reichlich Wasser zum Kochen. Nach dem ersten Aufwallen des Wassers füge ich großzügig Salz hinzu, nicht vorher, denn das verlangsamt den Kochprozess und jetzt können die Linguine auch schon in den Topf wandern. Ich koche sie 6 bis 10 Minuten, auf jedenfall so lange bis sie „al dente“, also bissfest sind. Zuletzt gieße ich die Pasta ab und dann geht´s auch schon auf die Zielgerade…

Ich erwärme noch einmal kurz Schalotten und Radicchio und füge zuletzt noch den Mönchsbart hinzu…aber nur ganz kurz, denn so behält das Salzkraut seinen saftigen Biss und sein Meeresaroma.

Und dann geht´s auch schon ans Anrichten…ich hebe das Gemüse unter die bissfesten Linguine, verteile sie auf die Teller und gönne ihnen noch ein wenig Trüffelöl und Trüffelsalz.

Ich finde, dass das salzige Aroma des Mönchsbart wunderbar mit dem Trüffelöl harmoniert…ich mag das sehr, aber es ist optional und muss nicht unbedingt sein.

Ja, es könnte eine Herausforderung sein, Mönchsbart in unseren Breitengraden aufzuspüren…ersatzweiße könnte man diese Pasta auch mit der Länge nach, dünn geschnittenen Frühlingszwiebeln oder Schnittlauch probieren…aber es wird wohl nicht dasselbe sein. Aber vielleicht werdet ihr ja fündig und probiert dann auch diese außergewöhnliche, schon sehr frühlingshafte Pasta-Kombination. Viel Freude beim Nachkochen!

Linguine mit karamellisiertem Radiccio, Mönchsbart und Pistazien 4.91/5 - 11 Bewertungen
Teile diesen Artikel auf:
Druckfreundliche Version anzeigen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.