Mediterranes Huhn aus dem Schmortopf

Habe ich schon gesagt, dass ich meinen Schmortopf liebe!? Ja, wahrscheinlich habe ich das schon mal an anderer Stelle, aber egal 🙂 … Er ist blau und er ist aus Gusseisen und ja: ich liebe ihn! Ich habe ihn vor einem Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen und mich schon damals wie eine Schneekönigin über ihn gefreut…was meine Mutter immer noch ein wenig befremdlich findet, weil sie nach wie vor rätselt, von wem ich das wohl habe…also, die Eigenschaft mich darüber wahnsinnig zu freuen, wenn ich Koch-Equipment geschenkt bekomme 🙂 …mein Schmortopf ist jetzt nicht der „Rolls Royce“ unter den Schmortöpfen, die können auch locker drei mal so viel kosten, wie meiner gekostet hat…aber heute, nach einem Jahr, in dem er wirklich so einiges schmurgeln durfte, kann ich sagen: genau ihn würde ich mir wieder wünschen…, wenn ich ihn nicht schon hätte 🙂 …zuletzt ist mit seiner Hilfe ein großartiges, wunderbar zartes, mediterranes Huhn entstanden…und das war eher ein Zufallsergebnis…ich hatte am Abend noch einen Termin und wollte danach noch unbedingt etwas feines Essen…also habe ich vor dem Termin kurzerhand die Zutaten in den Schmortopf gegeben und bei ganz kleiner Hitze über 2 1/2 Stunden butterzart geschmurgelt…was für eine Freude beim Nachhause kommen…after-work-cooking at it´s best! Und noch dazu just-simple…so funktioniert´s…

Die Zutaten (darüber freuen sich 4 nach der Arbeit):

4 rote Zwiebel
8 Sardellen und etwas von dem Öl, in dem sie eingelegt sind
etwas brauner Zucker
Paradeismark
2 Dosen stückige Paradeiser
1 Glas halbgetrocknete Paradeiser
2 mittlere Gläser schwarze Oliven
1 mittleres Glas Kapernbeeren
6 Knoblauchzehen
1 Glas Rinderbouillon
Cayennpfeffer
4 Hühnerbrüste

Zu allererst schneide ich die roten Zwiebel in grobe Stücke und schwitze sie in etwas von dem Öl, in dem die Sardellen eingelegt sind, glasig an. Dann karamellisiere ich sie mit etwas braunem Zucker. Jetzt gebe ich die Sardellen dazu und zerdrücke sie gründlich mit dem Kochlöffel am Schmortopfboden. Dann füge ich etwas Paradeismark hinzu – in etwa 6 gehäufte EL oder auch ein wenig mehr – und röste alles gut durch…jedoch nicht zu lange, denn sonst wird das Paradeismark bitter. Und jetzt wandern auch schon alle anderen Zutaten in den Schmortopf: zunächst die stückigen Paradeiser, dann die mit kaltem Wasser gut durchgespülten Oliven und Kapern, die abgetropften halbgetrockneten Paradeiser und der in Scheiben geschnittene Knoblauch. Jetzt würze ich alles mit einer ordentlichen Prise Cayennepfeffer…salzen muss man nicht mehr, denn die Sardellen sind salzig genug. Zuletzt gebe ich die Bouillon in den Schmortopf, rühre alles gut durch, lege die Hühnerbrüste so in den Topf, dass sie vollkommen mit der Flüssigkeit bedeckt sind, gebe den Deckel auf den Topf und lasse das mediterrane Huhn bei wirklich (!) kleiner (!) Hitze 2 1/2 bis 3 Stunden dahin schmurgeln. Das tolle an einem Schmortopf ist, dass er die Hitze gut hält, auch wenn der Herd nur auf ganz kleine Flamme gestellt ist…Nach der von mir angebenden Zeit ist das Huhn wunderbar zart und die Sauce lässt sich mit einem Stück frischer Ciabatta herrlich auftunken…so mag ich das! Und just simple in der Zubereitung, oder nicht?

Im Übrigen kann man in dieser mediterranen Sauce auch Fisch schmurgeln…dafür würde ich sie aber zunächst einige Zeit lang einkochen lassen und erst ganz zuletzt den Fisch einlegen, denn dieser braucht nur sehr kurz, um gar zu werden und würde bei zu langer Schmurgelzeit zerfallen…vielleicht noch ein paar Garnellen dazu…herrlich! Entscheidet selbst…der Hausherr war im Übrigen auch sehr angetan…und ich soundso! 🙂

Mediterranes Huhn aus dem Schmortopf 4.85/5 - 33 Bewertungen
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