Kürbislasagne

„Keine Lasagne ist auch keine Lösung!“ oder
„Etwas mit Käse-Überbackenes ist immer eine gute Idee…“!

Es ist Samstag. Ich bin zu Hause und freue mich darüber heute nicht raus zu müssen.

Es ist ein Samstag im November, etwas nebelig, aber ich werde heute mit dem Hund eine große Runde machen. Wenn wir zurück kommen, werden wir es uns am Sofa gemütlich machen. Ich werde lesen, vielleicht ein bisschen fernsehen, ich werde mir Inspiration für neue Rezepte holen, vielleicht ein neues Rezept entwickeln, einen Blog Beitrag schreiben, später vielleicht etwas kochen…

Es ist der Samstag vor dem zweiten „harten“ Lockdown im November und ich höre Berichte, dass Menschen die Einkaufszentren stürmen. Meine Mutter erzählt mir, sie hat von einem Bekleidungshaus eine SMS bekommen, dass, wenn sie heute noch vorbeikommt, sie 40 % auf alles bekommt. In den Sozialen Netzwerken versuchen Menschen gehetzt Antwort darauf zu bekommen, wo sie montags noch rasch ihr Sport Equipment aufrüsten können…bevor alles zusperrt.

Es ist immer noch Samstag und ich denke an all diejenigen, die, so wie ich, seit dem ersten Lockdown im Frühling durcharbeiten. Supermarktmitarbeiter, Mitarbeiter der Müllabfuhr, Tankstellenmitarbeiter, Apotheker, Ärzte, Pfleger, Polizisten…ich denke an alle (!), die, so wie ich, in einem systemerhaltenden Beruf arbeiten. Man nennt uns auch „Systemerhalter“, im selben Atemzug aber auch „Gefährder“, weil wir ja, während die anderen zu Hause bleiben sollen, jeden Tag raus gehen und uns dem Risiko aussetzen uns anzustecken und daher für andere eine Gefahr darstellen – für Menschen mit denen wir oder für die wir arbeiten, für diejenigen zu Hause, für unsere Familien, sind wir eine Gefahr.

Es ist Samstag und ich denke an die Jüngeren, die Kinder, die jungen Erwachsenen. Ich habe schon einige Krisen in meinem Leben durchgemacht, ich weiß, dass man es schaffen kann durch eine Krise durchzukommen, ich habe „Krisenkompetenz“…

Es ist nach wie vor Samstag und ich denke an all diejenigen, die vor dem Scherbenhaufen ihrer beruflichen Existenz stehen, ich denke an diejenigen, die von Armut betroffen sind…

Es ist Samstag und wir befinden uns immer noch in einer Krise, die eine gewaltige medizinische Herausforderung darstellt.

Eine Krise, die eine gewaltige wirtschaftliche Katastrophe ausgelöst hat.

Eine Krise, die unsere Solidarität auf eine gewaltig harte Probe stellt.

Eine Krise, die auch die Seele von vielen Menschen in Mitleidenschaft zieht und ziehen wird…das ganze Ausmaß dieser seelischen Erkrankungen wird erst dann so richtig an die Oberfläche treten, wenn wir raus aus dieser Krise sind.

Morgen ist Sonntag, noch ein freier Tag bevor es wieder los geht. Ich werde versuchen diesen Tag zu genießen.

Meine Masken für die Woche sind gewaschen und desinfiziert. Montags werde ich wieder – so wie jede Woche – getestet. Angenehm ist das wirklich nicht, aber da muss ich jede Woche durch, sicher ist sicher. Auch in dieser Woche werde ich in meinem Beruf als Psychologin mit Menschen daran arbeiten, wie sie ihre persönlichen Krisen, die sie psychisch krank gemacht haben, meistern können – die Corona-Krise ist nur eine davon.

Die Zutaten:

1 Hokkaido Kürbis

etwa 650 g Faschiertes vom Rind
etwas Butter
4 gute EL Paradeismark
2 TL Paprikapulver edelsüß
Salz, Pfeffer

200 g Taleggio, von der Schale befreit und zerzupft
200 g Cheddar, gerieben
200 g Frischkäse

Als Erstes heize ich den Ofen auf 200 ° Umluft vor.

Den Kürbis halbiere ich und hoble ihn auf meiner Mandoline in dünne Scheiben. Man braucht den Hokkaido nicht schälen, denn seine Schale ist essbar. Hat man eine Mandoline zur Verfügung, so ist es recht einfach dünne Scheiben zu schneiden, man muss nur wirklich sehr gut auf seine Finger aufpassen 😉 …hat man keine Mandoline, muss man versuchen mit einem scharfen Messer möglichst dünne Scheiben herunter zu schneiden – und auch hier ist Vorsicht geboten 😉 …

Dann geht´s an die Zubereitung des Faschierten. Dazu zerlasse ich in einem Topf etwas Butter und röste das Faschierte in der zerlassenen Butter gut durch. Dann hebe ich das Paradeismark unter, füge das Paprikapulver hinzu und schmecke das Faschierte mit Salz und Pfeffer ab.

Und jetzt geht´s auch schon ans Schichten der Lasagne. Ich beginne mit einer Lage Faschiertem, darauf schichte ich den dünn gehobelten Kürbis auf dem ich dann den durchgerührten Frischkäse löffelweise verteile und darüber streue ich den geriebenen Cheddar und zerzupften Taleggio. Diese Reihenfolge behalte ich so lange bei, bis alle Zutaten aufgebraucht sind, zuletzt sollte es – eh klar! 😉 – eine Schicht Käse sein.

Dann darf die Kürbislasagne in den Ofen. Nach etwa 30 Minuten schalte ich auf 250 ° und die Grillfunktion des Ofen um und überbacke die Lasagne so lange auf Sicht, bis der Käse leicht gebräunt ist – das dauert bei meinem Ofen etwa 5 Minuten. Bleibt dabei, jeder Ofen ist anders, damit euch die wunderbare Kürbislasagne auf der Zielgerade nicht verbrennt.

Zuletzt hole ich die Kürbislasagne aus dem Ofen und lasse sie kurz ruhen, damit sie sich ein wenig setzen und entspannen kann 😉 

…und dann könnt´ ihr diesen wunderbaren Seelenschmeichler auch schon genießen. Wenn ihr Lust habt´, dann macht euch noch einen Blattsalat dazu…das muss aber nicht sein.

Passt auf euch auf liebe #foodies, sofern das möglich ist, bleibt zu Hause und kocht euch etwas Gutes…und vor allem: bleibt gesund! >3

Kürbislasagne 5.00/5 - 3 Bewertungen
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