Wiener Backhendl, liebevoll auch Bröselflieger genannt

Die Zubereitung von traditionellen, alten Rezepten hat für mich immer irgendwie etwas Nostalgisches. Und beim Wiener Backhendl handelt es sich wirklich um ein altes Gericht…ich habe nachgelesen, es ist seit dem 18. Jahrhundert eine Spezialität der Wiener Küche. In der Zeit des Biedermeier war das Backhendl übrigens Inbegriff der feinen (!) Wiener Küche und der Aristokratie und dem gehobenen Bürgertum vorbehalten…ein kulinarisches Wohlstandssymbol sozusagen. Langweile ich euch schon? Ich hoffe nicht, aber solche Details gehen in unserer heutigen schnelllebigen Zeit oft verloren und das finde ich schade…man kocht ja soviel verschiedenes heutzutage, aber die alten Klassiker, die kommen viel zu selten auf den Tisch…dabei sind sie immer noch etwas ganz Besonderes…

Die Zutaten:

(heute gibt es ganz bewusst keine Mengenangaben, ihr entscheidet, für wie viele liebe Menschen ihr diesen Klassiker zubereiten wollt´…)

verschiedene Teile vom Huhn, ganz nach Belieben, hier waren es
Hühner-Unterkeulen
Salz
Zitrone
Butterschmalz

Für die Panier:

Mehl
Eier
Brösel

Gleich zu Beginn gilt´s schon eine Entscheidung zu treffen: soll die Haut am Huhn dranbleiben oder nicht!? Das ist Geschmacksache! Und nicht falsch oder richtig…ich entferne sie, denn an sich ist knusprige Hühnerhaut ja etwas feines, aber unter der Panier wird sie tatsächlich nicht knusprig, daher bereite ich das Backhendl ohne Haut zu. Aber, da habt ihr die Qual der Wahl…das könnt´ ihr nur selbst herausfinden.

Nachdem ich die Haut entfernt habe, salze ich die Hühnerkeulen und dann geht´s auch schon ans Panieren. Mehl, Eier und Brösel verteile ich auf drei Teller (eh klar! 😉 ) und wende die Hühnerteile der Reihe nach in Mehl, Ei und Brösel (auch klar! 😉 ). Wenn alles paniert ist, erhitze ich in einem hohen Topf (umso höher, umso weniger spritzt´s raus 😉 ) das Butterschmalz. Das Backrohr heize ich auf 80 ° vor und stelle ein mit Backpapier ausgelegtes Reindl hinein…darin halte ich das Backhendl warm, bis alle Teile fertig sind. Wenn das Butterschmalz heiß genug ist – und das ist es, wenn ihr einen Kochlöffelstiel hineinhaltet und daran Blubberblasen aufsteigen -, kann man mit dem Herausbacken beginnen. Ich gebe immer nur zwei Hühnerkeulen in den Topf, die haben dann genügend Platz zum knusprig werden, und auch beim Schwenken des Topfes kommen sie sich nicht zu sehr in die Quere. Das Schwenken des Topfes ist übrigens sehr wichtig! Es geht dabei darum das Butterschmalz durch das Schwenken des Topfes um die Hühnerteile immer wieder herumlaufen zu lassen, damit die Panier souffliert, also schön aufgeht und locker wird. Diese Mühe sollte man sich machen, es zahlt sich aus, versprochen.

Die fertigen Hühnerteile wandern ins Backrohr, dort halte ich sie warm, bis alle Backhendlteile fertig sind…bei 80 ° bleiben sie warm und trocknen nicht aus!

Serviert wird das Backhendl mit Zitronenspalten! Ich mag das sehr gerne, wer´s nicht mag, lässt die Zitrone weg. Und als Beilage habt ihr unzählige Möglichkeiten: ein klassischer Erdäpfelsalat passt wunderbar oder auch ein Mayonnaisesalat…wer´s leichter möchte, macht sich einen Paradeissalat oder – so wie ich heute – einen Gurkensalat dazu.

Dazu habe ich die Gurken dünn gehobelt und mit Sauerrahm, geriebenem Knoblauch und Salz vermischt! Schmeckt erfrischend zum Bröselflieger, hmmm 🙂 …

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2 Gedanken zu „Wiener Backhendl, liebevoll auch Bröselflieger genannt“

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