Gemeinsam Feiern leicht gemacht

„Man sollte die Feste feiern, wie sie fallen!“ …und seitdem der Hausherr, das Hundetier und ich auf´s Land gezogen sind, üben wir das auch immer wieder…und, ich muss feststellen, mittlerweile können wir das richtig gut! 🙂 Ein richtig großes Fest konnte zwar bis jetzt noch nicht stattfinden – wir passen auf, bleiben zu Hause und bleiben gesund -, aber das eine und andere kleinere Fest mit Familie und Freunden mit Achtsamkeit und Abstand – das funktioniert schon! Und es ist so wichtig zusammen zu kommen und im kleinen Rahmen zu feiern, denn das tut der Seele gut, die doch in den letzten Monaten mehr als gefordert war. Und dabei geht es beim kulinarischen Feiern nicht nur darum Köstliches miteinander zu genießen, sondern es geht vor allem darum wieder Zeit miteinander zu verbringen, zu plaudern, zu lachen und vor allem auch einmal wieder auf andere Gedanken zu kommen. Und damit das mit der „Zeit-miteinander“ funktioniert, habe ich lauter Rezepte ausgesucht und zusammengestellt, die man gut vorbereiten kann, um dann, wenn die Gäste da sind, nicht in der Küche verschwinden zu müssen – als Gastgeber und Gastgeberin mitten im Geschehen bleiben! So geht #gastfreundschaft! So geht die #alleswirdgutküche! So geht #gemeinsamfeiern!

Und jetzt habt ihr die Qual der Wahl 🙂 !

Entweder ihr entscheidet euch für  die Variation von Schinken, Salami und Käse mit Marillenchutney und Paprika-Chilli-Paste oder aber für die Variation von Roastbeef mit wahlweise Schnittlauchsauce oder Tonnato, dazu gebratene Balsamico-Pilze, Zwiebelmarmelade und einer Caprese-Variation!

Oder aber ihr feiert einfach zweimal – einmal mit der einen, einmal mit der anderen Variation 😉 …

Variation von Schinken, Salami und Käse
mit Marillenchutney und Paprika-Chilli-Paste

Das fruchtig-säuerliche Marillenchutney und die süß-feurige Paprika-Chilli-Paste kann man schon Tage vor dem Fest zubereiten…das tut beiden sogar gut, weil sie dann noch nachziehen können und im Geschmack intensiver werden!

Das Marillenchutney

Die Zutaten:

500 g Marillen
3 kleine rote Zwiebel
4 Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück Ingwer
6 EL brauner Zucker
4 EL heller Balsamico
2 TL Curry Madras
Salz
Olivenöl

außerdem:

heiß ausgekochte Gläser

Zu Beginn bereite ich Obst und Gemüse vor. Die Marillen werden gewaschen, entkernt und in kleine Würfel geschnitten. Rote Zwiebel, Knoblauchzehen und Ingwer werden geschält und ebenso würfelig verarbeitet. Dann geht´s schon los mit der Zubereitung. In einem Topf schwitze ich zunächst die Zwiebel in etwas Olivenöl glasig an. Dann füge ich den Knoblauch und Ingwer hinzu und rühre alles gut durch. Nach etwa 1 Minute karamellisiere ich alles mit dem Zucker und lösche mit dem Balsamicoessig ab. Jetzt kommen die Marillen und die Gewürze – Curry und eine kräftige Prise Salz –  dazu und dann koche ich alles bei mittlerer Hitze etwa 30 Minuten ein. Das Chutney bekommt dabei eine sirupartige Konsistenz. Das war´s auch schon! Jetzt braucht man das Chutney nur mehr in die vorbereiteten Gläser abfüllen und kühl und dunkel lagern.

Die Paprika-Chilli-Paste

Die Zutaten:

1 rote Zwiebel
4  Knoblauchzehen
6 EL brauner Zucker, nach Belieben auch ein bisschen mehr
2 EL edelsüßes Paprikapulver
Salz
etwas Olivenöl
ein paar Paradeiser
verschiedene rote Paprika und Chillischoten, die Menge, die ich eingekocht habe, seht ihr hier…

außerdem:

heiß ausgekochte Gläser

Zuerst putze ich das Gemüse und schneide alles in grobe Stücke. Bei den herkömmlichen Paprika entferne ich die Kerne, die Chillischoten werden mit den Kernen verarbeitet. Wenn ihr es weniger scharf haben wollt´, dann entfernt ihr die Kerne einfach.

Zwiebel und Knoblauchzehen schäle ich und schneide sie auch in grobe Teile, brate sie in einem großen Topf in etwas Olivenöl an, karamellisiere sie mit dem braunen Zucker und füge Salz und das Paprikapulver hinzu. Und dann kann auch schon das restliche Gemüse in den Topf wandern, ich rühre alles gut durch und lasse die Mischung 10 bis 15 Minuten kochen.

Zuletzt mixe ich alles mit dem Pürierstab fein durch und fülle es in die heiß ausgekochten Gläser! Fertig!

Die Variation von Schinken, Salami und Käse

In den unendlichen Weiten des Internet findet man hierfür die trendige Bezeichnung „charcuterie board“, was übersetzt nichts anderes heißt als „Wurstbrett“. Unsere Variation ist aber schon sehr viel mehr als das, ich bin da auch mehr „retro“ und nenne es  – #justsimple – eine herzhafte Jause! Ich finde ja, man jausnet heutzutage viel zu selten, also ist dies auch ein Plädoyer für die Jause, für die Kombination von verschiedenen Schinken und Salami, diversen milden und würzigen Käsesorten, dazu frisches Gemüse, Obst und eingelegten Köstlichkeiten aus dem Glas! Prinzipiell ist in diesem Sinne alles erlaubt, was schmeckt.

Die Zutaten unserer Variation (Menge nach Belieben):

Serrano Schinken
Parmesansalami
Salamipralinen
Camembert
weicher Blauschimmelkäse
kleine Mozzarellabällchen
schwarze Oliven
kleine eingelegte Cipolla
große Kapernäpfel
gelbe und rote Kirschparadeiser
Weintrauben
Brombeeren
Heidelbeeren

außerdem:

diverses salziges Gebäck, wie zum Beispiel
Grissini
Cracker oder auch
Ziegler Käsetaler

Diese Variation bereite ich erst kurz bevor die Gäste eintreffen vor. Ich gebe die kleinen Mozzarellabällchen, die Oliven, die eingelegten Cipolla und die großen Kapernäpfel in kleine Gläser oder Schälchen, vom Marillenchutney und der Paprika-Chilli-Paste entferne ich die Deckel und versorge sie jeweils mit einem kleinen Löffel. Ich verteile die kleinen Gefäße auf meinem Holzbrett und drapiere dazwischen und drumherum Schinken, Salami, Käse, Paradeiser, Weintrauben und Beeren. Das salzige Gebäck kommt in ein Körbchen und ich stelle alles in die Mitte des Tisches…

…und, wenn dann alle am Tisch Platz genommen haben, kann sich jeder selbst bedienen und zugreifen…so viele Geschmäcker auf einem kleinen (naja 😉 ) Holzbrett! Ermuntert eure Gäste die verschiedenen salzigen, herzhaften, cremigen, sauren, fruchtigen und scharfen Köstlichkeiten miteinander zu kombinieren…das wird ein Genussfeuerwerk, ich verspreche es euch!

Hat euch mein erster Vorschlag für´s Gemeinsam-Feiern gefallen? Ich hoffe das natürlich, wie immer, sehr, aber, wie schon erwähnt, könnt´ ihr ja auch nochmal feiern 😉 …natürlich wieder gemeinsam und mit dieser Variation:

Variation von Roastbeef mit wahlweise Schnittlauchsauce oder Tonnato, dazu gebratene Balsamico-Pilze, Zwiebelmarmelade und einer Caprese-Variation

Das Roastbeef

Roastbeef geht immer! Das finde ich zumindest und es gelingt auch, wenn ihr euch an die einzelnen von mir zusammengetragenen Schritte haltet. Ich bereite das Roastbeef am Tag vor dem Fest zu und gebe es, nachdem es fertig und ausgekühlt ist, über Nacht in den Kühlschrank. So ist es am nächsten Tag gut durchgekühlt und kann auch besser aufgeschnitten werden.

Die Zutaten:

1 kg Roastbeef, am besten mit Bioqualität
Salz, Pfeffer
scharfer, englischer Senf
1 unbehandelte Zitrone
4 Knoblauchzehen
2 Rosmarinzweige
etwas Butter

für die Garnitur:

Radieschen
Kapernbeeren

Bevor es an die Zubereitung geht, nehme ich das Roastbeef aus dem Kühlschrank und lasse es etwa 1 Stunde Zimmertemperatur annehmen. Das ist wichtig, eiskaltes Fleisch und heiße Pfanne vertragen sich nämlich gar nicht, und das Ergebnis würde darunter wirklich sehr leiden, also: das Roastbeef entspannen lassen bevor es los geht! Großzügig salzen und pfeffern kann man es aber jetzt schon.

Inzwischen kann das Backrohr auf 140° vorgeheizt werden. In einer beschichteten Pfanne die Butter schmelzen und das Beef  – nach der Ruhezeit – von allen (!) Seiten kräftig anbraten. Jetzt darf es wieder raus aus der Pfanne. Ich lege es jetzt in einen Bräter und bestreiche es von allen Seiten großzügig mit scharfem, englischen Senf. Den in Scheiben geschnittenen Knoblauch, die Zitrone und die Rosmarinzweige packe ich noch oben drauf.

Jetzt darf es für 50 Minuten in das vorgeheizte Backrohr, das ist die Zeit, nach der man ein rosa gebratenes Roastbeef bekommt, und das hab´ ich am liebsten 🙂 . Nachdem man das Fleisch aus dem Ofen genommen hat, empfiehlt es sich, ihm noch einmal eine Ruhezeit zu genehmigen, ich packe es dazu in Alufolie, lasse es 10 Minuten noch einmal rasten, und drehe das Fleisch währenddessen ein paar Mal, damit sich der Fleischsaft gut verteilen kann. Dann lasse ich es gänzlich auskühlen und gebe es dann über Nacht in den Kühlschrank!

Auch das Tonnato und die Schnittlauchsauce  können am Vortrag vorbereitet werden. Ein besonderes Ländertreffen zwischen Italien und Österreich! Beide passen wunderbar zum kalten Roastbeef und den Gästen schenkt ihr hiermit zweierlei Variationen – das kommt gut an!

Das Tonnato

Die Zutaten:

300 g Thunfisch aus der Dose
6 Sardellenfilets
2 Eigelb, möglichst frisch
2 EL Kapern
2 EL Weißweinessig
Olivenöl
Saft von 1 Limette
Salz, Pfeffer

Für das Tonnato gebe ich den abgetropften Thunfisch, die Sardellenfilets, die Eigelbe, die abgetropften Kapernbeeren, den Essig und den Saft der Limette in ein hohes Gefäß.  Ich beginne alles mit dem Pürrierstab durch zu  mixen und lasse dabei das Olivenöl in einem dünnen Strahl dazu hineinlaufen. Das mache ich solange, bis mir die Konsistenz gefällt 🙂 : das Tonnato sollte nicht zu dick-, aber auch nicht zu dünnflüssig sein.  Zuletzt wird mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Das Tonnato wird nun auch bis zum Festessen kalt gestellt.

Auch die nächste Komponente bereite ich am Vortag zu…

Die Schnittlauchsauce

Die Zutaten:

200 g Weißbrot ohne Rinde
250 ml warme Milch
2 Eidotter, möglichst frisch
Salz
weißer Pfeffer
1 Prise Zucker
2 TL scharfen Senf
1 TL Weißweinessig
300 ml Rapsöl
2-3 EL Schnittlauch, fein geschnitten

Das Weißbrot schneide ich in grobe Würfel, gebe sie in ein hohes Gefäß und übergieße sie mit der Milch.  Ich lasse das Ganze 5 Minuten einweichen. Dann kommen Eidotter, Salz, Pfeffer, Zucker, Senf und Essig dazu. Ich püriere alles mit dem Mixstab sehr fein und lasse dabei das Öl in einem dünnen Strahl einlaufen. Zuletzt rühre ich den Schnittlauch unter. Fertig! Und auch die Schnittlauchsauce darf über Nacht in den Kühlschrank!

Eine dritte wunderbare Begleitung zum Roastbeef ist die süß-pikante Zwiebelmarmelade. Da sie länger haltbar ist, kann man sie auch schon Tage vorher zubereiten und kühl und dunkel aufbewahren!

Die Zwiebelmarmelade

Die Zutaten:

1 kg rote Zwiebel
etwas Olivenöl
2 Zweige Rosmarin
8 Zweige Thymian
2 TL Salz
300 g brauner Zucker
250 ml dunkler Balsamico
Pfeffer

außerdem:

heiß ausgekochte Gläser

Zuerst schäle ich die Zwiebel, halbiere sie und schneide sie in möglichst feine Scheiben. Dann werden sie in etwas Olivenöl glasig angeschwitzt, die Temperatur halte ich während der gesamten Zubereitungszeit eher gering.

Jetzt können auch schon die abgezupften Blättchen des Thymian, die Rosmarinnadeln, Salz und Zucker hinzugefügt werden. Alles gut miteinander vermischen, kurz andünsten lassen und dann mit dem Balsamico Essig ablöschen.

Ich lasse die Marmelade jetzt etwa 30 Minuten offen unter gelegentlichem Umrühren einkochen bevor ich sie ganz zuletzt mit einer kräftigen Prise Pfeffer würze. So! Und das war´s auch schon… 😉

Die Zwiebelmarmelade muss nun nur noch in saubere Gläser abgefüllt werden. Dunkel gelagert hält sie mindestens 6 Monate. Bei uns tut sie das allerdings nie…weil sie immer vorher schon aufgebraucht ist 😉 .

Jetzt fehlen nur noch die gebratenen Balsamico-Pilze und die Caprese-Variation. Beide bereite ich am Tag des Festes vor, die Pilze serviere ich im Übrigen kalt.

Die Balsamico-Pilze

Die Zutaten:

Bio-Champignon creme, Menge nach Belieben
Olivenöl
Balsamico-creme hell
etwas Salz

Nach dem Putzen der Champignons brate ich sie in etwas Olivenöl ein wenig an, nicht zu lange, denn ich möchte, dass sie ihre Form behalten. Dann glasiere ich sie mit der Balsamico-creme und würze sie mit etwas Salz. Das war´s auch schon. Bis die Gäste eintreffen stelle ich sie bei Raumtemperatur zur Seite.

Zuletzt mache ich  mich noch an die Zubereitung der Caprese-Variation. Im Übrigen kann ich Caprese zu jeder Tages- und Nachtzeit essen 😉 …und ich liebe es auch diesen italienischen Klassiker zu variieren…mal mit Basilikumöl oder auch Pesto genovese…mal mit Trüffelöl…oder auch mit Früchten oder Chutney…hier kommt jetzt aber eine klassisch angelehnte Version.

Die Caprese-Variation

Die Zutaten (jeweilige Menge nach Belieben):

verschiedene Formen von Mozzarella und Burrata, kleine und große, geschnitten oder auch im Ganzen

verschiedene Paradeissorten, ich finde die kleinen Olivenparadeiser immer sehr geschmackvoll, aber auch größere, ovale Sorten habe ich sehr gerne

schwarze und grüne Oliven mit Kern

frisches Basilikum

Für das Dressing:

Olivenöl
fruchtiger Essig, hier war es ein Himbeeressig
etwas Honig
etwas Salz

Zum Anrichten der Caprese-Variation nehme ich mir eine große Platte. Darauf platziere ich die Paradeiser, die ich unterschiedlich schneide, mal der Länge nach, mal der Quere, mal in Scheiben, ein paar kleine lasse ich auch ganz…das sieht schön aus und das Auge ißt ja bekanntlich mit. Dann kommen Mozzarella und Burrata, im Ganzen oder auch geschnitten dazu. Fehlen nur noch die Oliven und das Basilikum.

Für das Dressing gebe ich Olivenöl und Himbeeressig im Verhältnis 2:1 in ein verschraubbares Glas, füge Honig und Salz hinzu, verschließe das Glas und schüttle es gut durch. So bekommt das Dressing eine sehr homogene Konsistenz. Das Dressing träufle ich erst kurz vorm Eintreffen der Gäste über die Caprese-Variation.

Und ganz zuletzt, bevor ich alle Köstlichkeiten auf unserem großen Esstisch platziere, hole ich noch das Roastbeef aus dem Kühlschrank, schneide es auf und garniere es noch mit großen Kapernäpfeln und Radieschen.

Reicht euren Gästen zu dieser Variation etwas Ciabatta oder auch Baguette und genießt all diese Köstlichkeiten gemeinsam. Genau darum geht es ja! Möglichst viel Zeit miteinander zu verbringen! Passt auf euch auf #foodies und bleibt gesund!

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4 Gedanken zu „Gemeinsam Feiern leicht gemacht“

  1. Auf ein neues…
    wenn es mit Antwort jetzt auch nicht klappt, gebe ich es auf…

    Habe in meinem 50 jährigen Kochleben schon viele Feste ausgerichtet…
    Werde gerne einige Rezepte von dir ausprobieren, danke.

    Liebe Grüße Lela

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